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Bielefelder Blatt / Aktuell / Aus aller Welt / Obamas Berater über Afghanistan-Strategie zerstritten

Die Welt ist kein Dorf. Mit Berichten und Nachrichten in dieser Rubrik im Bielefelderblatt können Sie von der Vielschichtigkeit unserer Welt erfahren.

Obamas Berater über Afghanistan-Strategie zerstritten

Bei der Suche nach seiner Afghanistan-Strategie war US-Präsident Barack Obama von einem zerstrittenen Beraterteam umgebenWashington - Bei der Suche nach seiner Afghanistan-Strategie hat US-Präsident Barack Obama einem neuen Buch zufolge ein heftig zerstrittenes Beraterteam zur Seite gestanden:

US-Starjournalist Bob Woodward enthüllt in seinem neuen Werk, wie Obama seine Haltung mit Hilfe von entgegengesetzten Vorstellungen seiner Berater im Weißen Haus und im Pentagon finden musste - und dabei selbst manchmal seine Haltung verlor.

Bei seinen Entscheidungen habe sich der Präsident auch von innenpolitischen Erwägungen leiten lassen, berichtet die "Washington Post" vorab aus dem Buch.

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Nach monatelangen Beratungen mit seinem nationalen Sicherheitsteam hatte Obama im Dezember entschieden, für den Kampf gegen die radikalislamischen Taliban die Zahl der US-Truppen in Afghanistan kurzzeitig um 30.000 auf über 100.000 Soldaten aufzustocken. Gleichzeitig aber setzte er den Juli 2011 als Datum für den Rückzugsbeginn fest. Die Forderung des Pentagon nach 40.000 zusätzlichen Soldaten wies er zurück.

"Alles was wir tun, muss sich darauf konzentrieren, wie wir dahin kommen, unsere Truppenpräsenz zu verkleinern", zitiert die "Washington Post" den US-Präsidenten unter Berufung auf Woodwards Buch "Obama's Wars" (Obamas Kriege). Nach monatelangen Beratungen und heftigen Debatten habe Obama dann Verteidigungsminister Robert Gates und Außenministerin Hillary Clinton im Dezember schließlich deutlich gemacht, dass er die Truppenpräsenz in Afghanistan zeitlich begrenzen will.

Nach Angaben der "New York Times", die eine Ausgabe des Buchs ebenfalls vorab erhalten hatte, verlor der sonst eher beherrschte US-Präsident unter dem Druck selbst manchmal seine Ruhe: "Es reicht mir", sei er in einem Fall explodiert. Bei Obamas Entscheidung, einen Termin für einen Rückzugsbeginn festzulegen, spielten offenbar in erster Linie innenpolitische Zwänge eine Rolle: "Es darf keinen endlosen Krieg geben", sonst verliere er den Rückhalt "der ganzen Demokratischen Partei", sagte er dem republikanischen Senator Lindsey Graham den Angaben zufolge zur Begründung für die Frist.

Woodward hatte gemeinsam mit Carl Bernstein für die "Washington Post" die Watergate-Affäre enthüllt, die zum Fall von US-Präsident Richard Nixon führte. Für sein neues Buch, das am Montag in die Läden kommt, hatte Woodward zahlreiche Gespräche mit Obamas Beratern sowie mit dem Präsidenten selbst geführt.

©AFP/Getty Images 2010
Archivfoto: Brad Barket

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