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Syrische Armee rückt nach Norden vor
Washington - Nach der angeblichen Tötung von 120 Polizisten im Nordwesten Syriens wächst in der Stadt Dschisrasch Schugur die Angst vor einer Vergeltungsaktion der Armee.
Die Regierung schickte nach Angaben von Aktivisten weitere Truppen mit mehreren Armeetransporten in die Stadt. Unterdessen brachten sich erneut mehr als 40 Menschen über die Grenze in der benachbarten Türkei in Sicherheit, darunter auch viele Verletzte.
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Nach Regierungsangaben waren in Dschisrasch Schugur am Montag 120 Angehörige der Sicherheitskräfte von "bewaffneten Banden" getötet worden. Nachdem die Regierung bereits am Montag ein hartes Vorgehen gegen die Angriffe angekündigt hatte, schickte sie am Dienstag offenbar weitere Truppen in der Stadt. Wie ein Aktivist der Nachrichtenagentur AFP sagte, waren 13 Armeetransporte auf dem Weg nach Dschisrasch Schugur. Die Soldaten kamen demnach aus Aleppo.
Die Protestbewegung warnte auf der Facebook-Seite "Syrische Revolution 2011" vor einem "neuen Massaker". Sie rief die Menschen in Dschisrasch Schugur auf, die Soldaten mit Barrikaden aus Steinen und brennenden Reifen aufzuhalten.
In Syrien geht die Regierung seit Wochen gewaltsam gegen Proteste gegen Staatschef Baschar el Assad vor. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisiten starben seit Beginn der Protestbewegung Mitte März mehr als 1100 Zivilisten durch die Gewalt der Sicherheitskräfte. Seit Samstag ist die Armee in Dschisrasch Schugur, gut 330 Kilometer nördlich von Damaskus, im Einsatz, um dort gegen Regierungsgegner vorzugehen. Allein am Sonntag kamen in Dschisrasch Schugur und Umgebung mindestens 35 Menschen ums Leben.
Nach der angeblichen Tötung der 120 Sicherheitskräfte am Montag wiesen Menschenrechtsaktivisten die Version der Regierung zurück. Ihren Angaben zufolge gab es offenbar eine Meuterei. Ein Aktivist sagte AFP, nach einer Meuterei seien im Hauptquartier der Sicherheitskräfte Schüsse gefallen. Ein weiterer Aktivist sagte, es seien möglicherweise Polizisten getötet worden, die sich geweigert hätten, auf Demonstranten zu schießen.
Nach Angaben aus Diplomatenkreisen in Ankara flohen seit dem Wochenende flohen mehr als 40 Menschen vor der Gewalt in Syrien in die Türkei, darunter auch viele Verletzte. Einer von ihnen starb demnach auf dem Weg in ein türkisches Krankenhaus.
Frankreich kündigte eine baldige Abstimmung über eine neue Resolution zu der Gewalt in Syrien im UN-Sicherheitsrat an. Es sei zwar "wahrscheinlich", dass Russland als UN-Vetomacht die Verabschiedung verhindern werde, sagte Außenminister Alain Juppé. Die Unterstützer der Resolution seien aber bereit, dieses Risiko zu tragen. Der Entwurf zu der blutigen Niederschlagung der Proteste in Syrien war Ende Mai von Deutschland, Großbritannien, Portugal und Frankreich in den UN-Sicherheitsrat eingebracht worden. Ein erster Vorstoß Ende April war im Sicherheitsrat erfolglos geblieben.
©AFP 2011







