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Nordkorea: Sohn Kim Jong Un zum Nachfolger ernannt
Seoul - Nach dem Tod des langjährigen Machthabers Kim Jong Il haben die nordkoreanischen Staatsmedien seinen jüngsten Sohn Kim Jong Un den "großen Nachfolger" genannt.
"An der Spitze der koreanischen Revolution steht nun Kim Jong Un, großer Nachfolger der revolutionären Juche-(Ideologie) und herausragender Führer von Partei, Armee und Volk", meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. Juche ist die offizielle Ideologie Nordkoreas und bedeutet so viel wie Autarkie oder Selbstständigkeit.
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"Kim Jong Uns Führung garantiert die glaubwürdige Fortführung über die kommenden Generationen bis zur Vollendung der revolutionären Juche(-Ideologie), die einst Kim Il Sung begann und die Kim Jong Il zum Sieg führte", hieß es in dem Bericht weiter. Die Nachrichtenagentur rief alle Parteimitglieder, Beamten und Bürger auf, der Führung des neuen Staatschefs treu zu folgen.
Kim Jong Un, der Ende zwanzig sein soll, war von seinem Vater Kim Jong Il in den vergangenen Jahren als sein Nachfolger aufgebaut worden. Nach dem Tod des langjährigen Machthabers im Alter von 69 Jahren an einem Herzinfarkt am Samstagmorgen, wurde Kim Jong Un offiziellen Angaben zufolge zu seinem Nachfolger an der Spitze des autoritär regierten Staates ernannt.
KCNA meldete, der Staatschef sei nach einem "großen mentalen und physischen Leiden dahingeschieden". Kim sei außerhalb der Hauptstadt Pjöngjang in einem Zug verstorben, als er sich auf einer seiner Reisen durchs Land befunden habe. Am Sonntag sei eine Autopsie der Leiche vorgenommen worden. Die Staatsspitze ordnete eine Trauerphase bis zum 29. Dezember an. Die Beisetzung soll am 28. Dezember in Pjöngjang stattfinden.
Nordkoreas Staatsmedien berichteten von Szenen "unbeschreiblicher Trauer". Die Menschen "versuchen nicht einmal, die Tränen fortzuwischen, und ringen mit Schmerz und Verzweiflung angesichts des Verlusts", meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. Das Staatsfernsehen des wichtigsten Verbündeten China zeigte in Tränen aufgelöste Passanten auf den Straßen der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang. Im ganzen Land waren die Flaggen auf Halbmast gesetzt. Nordkoreas Staatsfernsehen zeigte Mitglieder der regierenden Kommunistischen Partei, die schluchzten, schrien und auf Tische schlugen.
Kim Jong Il hatte 1994 die Macht in dem abgeschotteten kommunistischen Staat von seinem Vater, Staatsgründer Kim Il Sung, übernommen. Er hatte wie sein Vater einen Personenkult um sich aufgebaut. Kim Jong Il galt seit Längerem als gesundheitlich angeschlagen.
In Südkorea meldete die Nachrichtenagentur Yonhap, die südkoreanischen Truppen seien in Alarmbereitschaft nach der Todesnachricht versetzt worden. Für Montag wurde eine Dringlichkeitssitzung des nationalen südkoreanischen Sicherheitsrates anberaumt. Staatspräsident Lee Myung Bak habe alle Termine abgesagt. Die Börse in Seoul reagierte mit Kursstürzen auf den Tod des Machthabers im Nachbarland.
Das Weiße Haus in Washington erklärte, es verfolge die Berichte aus Nordkorea aufmerksam. Die US-Regierung sei weiter entschlossen, sich für die Stabilität auf der koreanischen Halbinsel einzusetzen. In Japan berief die Regierung eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitskabinetts ein.
Nord- und Südkorea befinden sich formal noch immer im Kriegszustand. Der Korea-Krieg wurde 1953 mit einem Waffenstillstand beendet. Immer wieder kommt es im Grenzgebiet zwischen beiden Staaten zu militärischen Zwischenfällen. Der Verdacht, dass Nordkorea heimlich eine Atombombe baut, heizte die Spannungen in den vergangenen Jahren zusätzlich an.
©AFP 2011
Foto:AFP/KCNA via KNS






