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Viele Tote bei Angriffen auf Christen in Nigeria
Kano/Berlin - Die Serie tödlicher Angriffe auf Christen im Norden Nigerias reißt nicht ab: Innerhalb von 24 Stunden wurden knapp 30 Christen getötet, davon 17 bei einem Überfall auf Trauergäste in der Stadt Mubi.
Ein Ultimatum der islamistischen Sekte Boko Haram, wonach Christen den überwiegend von Muslimen bewohnten Norden des Landes binnen drei Tagen verlassen sollten, war zuvor abgelaufen. Der folgenschwerste Überfall ereignete sich in Mubi im Bundesstaat Adamawa.
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Nach Angaben von Bewohnern stürmten Bewaffnete dort ein Haus, in dem sich Trauergäste aus der christlichen Volksgruppe der Igbo versammelt hatten. Diese wollten Abschied von einem der fünf Toten eines Überfalls vom Vorabend nehmen. "Die unbekannten Männer haben leider 17 Trauernde erschossen", sagte Zubairu Abdulaziz.
In Nigeria gab es in den vergangenen Wochen und Tagen vermehrt Angriffe auf Christen. An Weihnachten waren bei mehreren Anschlägen auf Christen mindestens 49 Menschen getötet worden.
Am Donnerstagabend stürmten Bewaffnete eine Kirche in der Stadt Gombe im Nordosten des Landes und erschossen sechs Menschen, wie Pastor John Jauro der Nachrichtenagentur AFP sagte. Jauro sagte, er habe den Gottesdienst gehalten, als die Angreifer gekommen seien. "Unsere Augen waren geschlossen, als einige Bewaffnete in die Kirche stürmten und das Feuer auf die Gemeindemitglieder eröffneten." Panik sei ausgebrochen, die Menschen hätten zu fliehen versucht. Unter den Toten sei seine Frau. Zehn weitere Menschen seien verletzt worden.
Am Wochenende hatte Präsident Goodluck Jonathan den Ausnahmezustand in Teilen von vier besonders von der Gewalt betroffenen Bundesstaaten verhängt. Der oberste Polizeichef Nigerias, Hafiz Ringim, rief die christlichen Bewohner dieser Regionen auf, das Ultimatum der Islamisten von Boko Haram zu ignorieren.
"Die Christen werden gezwungen sein, sich selbst gegen Angriffe zu verteidigen", sagte Saidu Dogo, Chef der nördlichen Sektion von Nigerias größter Christen-Organisation CAN. "Wir rufen die Christen nicht zu Angriffen oder Rache auf, aber wir rufen sie auf, wachsam zu sein und sich und ihre Familien gegen Angriffe zu verteidigen."
Die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach, verurteilte die "Mordserie" an Christen in Nigeria.
In Ägypten, wo es in den vergangenen Tagen ebenfalls Angriffe auf Christen gab, kündigte die Regierung erhöhte Sicherheitsmaßnahmen rund um das Weihnachtsfest der koptischen Christen an diesem Samstag an. Vor zwei Jahren waren in Ägypten im Anschluss an eine Weihnachtsmesse sechs Kopten erschossen worden.
©AFP 2012
Foto: Boko Haram







