Die Welt ist kein Dorf. Mit Berichten und Nachrichten in dieser Rubrik im Bielefelderblatt können Sie von der Vielschichtigkeit unserer Welt erfahren.
Newt Gingrich gewinnt Vorwahlen in South Carolina
Columbia - Der Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner ist wieder offen: Der Ex-Chef des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, hat die Vorwahlen im Bundesstaat South Carolina klar gewonnen.
Der bisher favorisierte Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, gratulierte seinem Rivalen und erklärte, dass er den "Wettbewerb" begrüße. Nach Auszählung fast aller Stimmen lag Gingrich US-Medien zufolge mit rund 40 Prozent klar in Führung. Romney erhielt demnach nur rund 28 Prozent. Der christlich-konservative Ex-Senator Rick Santorum kam auf 17 Prozent, der texanische Abgeordnete Ron Paul erreichte 13 Prozent.
_____
Gingrich hatte den favorisierten Romney in den vergangenen Tagen in der Gunst der Wähler in South Carolina eingeholt. Der aus dem Nachbarstaat Georgia stammende Politik-Veteran überzeugte mit starken Auftritten in zwei TV-Debatten und erhielt die Unterstützung des Gouverneurs von Texas, Rick Perry, als dieser sich aus dem Präsidentschaftsrennen zurückzog. Ein pikantes Interview einer der beiden Ex-Frauen von Gingrich über das Scheitern ihrer Ehe, das am Donnerstabend ausgestrahlt worden war, schien die als besonders konservativ geltenden Wähler in South Carolina nicht beeindruckt zu haben.
Romney musste dagegen hinnehmen, dass die Partei ihm nach einer Korrektur der Ergebnisse den Sieg bei der ersten Vorwahl im Bundesstaat Iowa aberkannte und stattdessen Santorum zum Gewinner erklärte. Der Ex-Gouverneur steht auch wegen seines zögerlichen Umgangs mit seinen Steuerunterlagen in der Kritik. Der Multimillionär hatte einräumen müssen, nur rund 15 Prozent Steuern zu zahlen, will Einzelheiten aber erst im April öffentlich machen.
"Dieses Rennen ist dabei, noch interessanter zu werden", sagte Romney am Wahlabend. Der Ex-Gouverneur, der die zweite Vorwahl in New Hampshire am 10. Januar deutlich gewonnen hatte, sprach von einem "harten Kampf" um South Carolina. "Ich schrecke nicht vor Wettbewerb zurück. Ich begrüße ihn", sagte Romney, der bei den nächsten Vorwahlen am 31. Januar in Florida laut Umfragen wieder auf die Siegerstraße zurückkehren könnte.
Santorum und Paul wollten unterdessen beide an ihrer Bewerbung festhalten. "Wir denken, dass wir langfristig in viel stärkerer Verfassung sein werden", sagte Santorum. Paul erklärte, die Vorwahlen stünden erst am Anfang: "Wir werden dies weiter machen, daran gibt es keinen Zweifel."
©AFP/Getty Images 2012
Foto: Mark Wilson







