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Bielefelder Blatt / Aktuell / Aus aller Welt / Syrische Armee geht weiter erbittert Opposition vor

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Syrische Armee geht weiter erbittert Opposition vor

Offenbar heftigste Angriffe in Homs seit zwei WochenNew York - Die syrische Armee hat nach Angaben von Oppositionsaktivisten den Beschuss der Rebellenhochburg Homs deutlich verschärft. "Es sind die heftigsten Angriffe seit zwei Wochen. Das ist unfassbar.

Das ist von einer solch extremen Gewalt, wie wir sie noch nicht erlebt haben", sagte Hadi Abdallah, ein Mitglied der Generalkommission der Syrischen Revolution, der Nachrichtenagentur AFP. Minütlich würden durchschnittlich vier Raketen abgefeuert. Unterdessen forderte die UN-Vollversammlung in einer Resolution das sofortige Ende der Gewalt in Syrien.

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Zusätzlich zu den Vierteln Baba Amr und Inschaat würden auch Chaldije und Bajjada beschossen, sagte Abdallah. Zudem würde Aufklärungsflugzeuge der Luftwaffe über der Stadt kreisen. Der seit dem 4. Februar andauernde Beschuss der Stadt, bei dem nach Angaben von Aktivisten bereits hunderte Menschen ums Leben kamen, sei ein "Kriegsverbrechen", sagte der Aktivist. Angesichts der Unterbrechung der Telefon- und Internetverbindung in die Stadt, gelangen Informationen nur bruchstückhaft aus der Stadt.

Die UN-Vollversammlung forderte in einer Resolution das sofortige Ende der Gewalt in Syrien. Mit großer Mehrheit stimmte das Gremium in New York für den Entwurf, in dem die blutige Unterdrückung der Protestbewegung gegen Staatschef Baschar al-Assad verurteilt wird. Nach Einschätzung der US-Geheimdienstes hat das Terrornetzwerk Al-Kaida Teile der syrischen Oppositionsbewegung unterwandert.

In der Resolution werden "systematische Menschenrechtsverletzungen" in Syrien angeprangert. Die syrische Führung wird aufgerufen, die Gewalt gegen die Zivilbevölkerung "unverzüglich" einzustellen. Auch alle "bewaffneten Gruppen" müssten die Gewalt beenden. Außerdem wird ein Plan der Arabischen Liga für einen demokratischen Übergang in dem Land unterstützt und die Benennung eines UN-Sonderbeauftragten für Syrien empfohlen.

Für die Resolution stimmten die Vertreter von 137 Staaten. Zwölf Länder, darunter Russland und China, votierten dagegen, 17 enthielten sich. Die Resolution hat allerdings nur symbolischen Charakter und ist völkerrechtlich nicht bindend. Eine Resolution des UN-Sicherheitsrats zu Syrien kam bislang wegen des Widerstands der Veto-Mächte China und Russland nicht zustande. In der UN-Vollversammlung, der 193 Länder angehören, gibt es kein Veto-Recht.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte die Resolution als eine seit langem erwartete Botschaft. Die syrische Führung müsse diesen "Aufruf der internationalen Gemeinschaft und die Stimme des syrischen Volkes" hören. "Dem Blutvergießen muss ein Ende gesetzt werden." Beim brutalen Vorgehen der syrischen Sicherheitskräfte gegen die Oppositionsbewegung sind nach Angaben von Aktivisten bislang mehr als 6000 Menschen getötet worden.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) bezeichnete die Resolution als "klares Zeichen der Solidarität mit dem syrischen Volk und der Verurteilung der Gewalt des Assad-Regimes". Mit Blick auf den Widerstand Russlands und Chinas gegen eine Verurteilung Assads erklärte Westerwelle, dass so viele Staaten die Resolution unterstützt hätten, sei ein "klares Zeichen auch an diejenigen, die bisher abseits stehen, sich nunmehr konstruktiv an den Lösungsbemühungen der Arabischen Liga zu beteiligen".

Ebenfalls mit Blick auf Russland und China erklärte Frankreichs Außenminister Alain Juppé, jeder müsse aus dieser "beispielhaften Mobilisierung der Vereinten Nationen" seine Schlüsse ziehen. Sein britischer Kollege William Hague erklärte, die Botschaft sei "eindeutig": "Die Gewalt muss sofort enden." Der syrische UN-Botschafter Baschar Dschaafari kritisierte die Resolution dagegen als "unausgeglichen" und als Einmischung in innere Angelegenheiten.

Bei einer Anhörung vor einem Senatsausschuss sagte US-Geheimdienstdirektor James Clapper, jüngste Bombenanschläge in der Hauptstadt Damaskus und in der Wirtschaftsmetropole Aleppo trügen die Handschrift von Al-Kaida. "Daher glauben wir, dass Al-Kaida aus dem Irak sich nach Syrien ausbreitet." Extremisten hätten sich offenbar in verschiedene syrische Oppositionsgruppen infiltriert, vermutlich ohne deren Wissen, sagte Clapper.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta sagte bei einer Pressekonferenz mit Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) in Washington, die Anwesenheit von Al-Kaida-Kämpfern in Syrien sei "besorgniserregend". Unklar sei aber noch, welche Rolle die Extremisten spielten.

©AFP 2012
Foto: YouTube

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