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Selbstmordattentäter in Pakistan töten mehr als 50 Menschen
Quetta (Pakistan) - Bei zwei Selbstmordanschlägen auf religiöse Minderheiten in Pakistan sind erneut dutzende Menschen getötet worden. In der Stadt Quetta riss ein Attentäter bei einem Anschlag auf schiitische Gläubige mindestens 53 Menschen in den Tod, wie die Polizei mitteilte.
Im nordwestlichen Mardan wurde bei einem Selbstmordanschlag auf eine Moschee der Ahmadi-Sekte neben dem Attentäter ein weiterer Mensch getötet.
In Quetta im Südwesten des Landes sprengte sich der Attentäter inmitten einer schiitischen Kundgebung in die Luft. Dabei seien nach Angaben der Krankenhäuser 53 Menschen getötet worden, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP. 197 weitere Menschen wurden verletzt. Rund 450 Gläubigen hatten sich anlässlich des so genannten El-Kuds-Tages ("Jerusalem-Tag") in der Hauptstadt der Provinz Balutschistan zu einer pro-palästinensischen Kundgebung versammelt.
Nach Angaben der Polizei brachen nach der Gewalttat Unruhen aus: Es fielen Schüsse, Menschen flohen in Panik, andere legten Feuer. Der Fernsehsender AaJ berichtete, einer seiner Fahrer sei bei der Explosion getötet worden. In Pakistan sind die Schiiten in der Minderheit, sie machen etwa 20 Prozent der 160 Millionen Einwohner aus. Die sunnitischen radikalislamischen Taliban nehmen sich immer wieder schiitische Gläubige für ihre Anschläge zum Ziel.
In den vergangenen drei Jahren wurden in Pakistan mehr als 3600 Menschen durch Anschläge getötet. Erst am Mittwoch waren in der ostpakistanischen Stadt Lahore 31 Schiiten getötet und rund 200 weitere Menschen verletzt worden, als drei Selbstmordattentäter inmitten einer schiitischen Prozession zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan ihre Sprengsätze zündeten.
Kurz vor dem Anschlag in Quetta sprengte sich auch in der Stadt Mardan im Nordwesten des Landes ein Selbstmordattentäter in die Luft. Ein weiterer Mensch starb, vier Menschen wurden zudem verletzt. Unklar ist bislang, ob das Todesopfer durch das Attentat oder durch Schüsse der Sicherheitskräfte getötet wurde. Ziel des Anschlags war eine Moschee der Ahmadi-Sekte in der Stadt, wie der örtliche Polizeichef Waqif Khan sagte. Demnach hatte der Mann versucht, in die Moschee einzudringen, wurde aber von Wächtern daran gehindert. Daraufhin zündete er seinen Sprengsatz.
©AFP 2010
Foto: Banaras Khan









