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Dutzende Festnahmen bei Demo gegen Rechts in Dortmund
Berlin - Eine Kundgebung von Rechtsextremen und mehrere Gegendemonstrationen haben die Polizei in Dortmund in Atem gehalten. Mehr als 460 Neonazis versammelten sich auf einem Parkplatz zu einer Kundgebung, die das Bundesverfassungsgericht zuvor für zulässig erklärt hatte.
Ein Vormarsch der Rechten in die Innenstadt wurde von der Polizei gestoppt, bei Ausschreitungen von Gegendemonstranten gab es mehr als hundert Festnahmen.
Die Dortmunder Polizei hatte die Neonazi-Demonstration nach der Festnahme eines Aachener Neonazis verboten, in dessen Besitz Sprengstoff gefunden worden war. Nach Angaben der Polizei stand er in engem Kontakt zu den Anmeldern der Demonstration. Das Bundesverfassungsgericht hob das Verbot jedoch in einer Eil-Entscheidung auf. Die Gefahrenprognose der Polizei habe nicht auf einer hinreichend gestützten Grundlage beruht, begründeten die Karlsruher Richter nach Angaben einer Sprecherin ihre Entscheidung. Es gebe nicht genügend Hinweise dafür, dass Sprengstoff nach Dortmund gelangt sei.
Zu der Kundgebung auf einem Parkplatz in Dortmund versammelten sich nach Angaben der Dortmunder Polizei bis zum Nachmittag mehr als 460 Rechtsextreme. Die Einsatzkräfte verhinderten demnach den Versuch der Demonstranten, in Richtung Innenstadt zu marschieren.
Gegen die rechte Kundgebung hatten mehrere Organisationen zu Gegendemonstrationen aufgerufen, zu denen laut Polizei zwischen 10.000 und 15.000 Menschen erwartet wurden. Das Bündnis "Dortmund stellt sich quer" blockierte nach eigenen Angaben die zentralen Gleise des Dortmunder Hauptbahnhofs, um die Anreise der Rechtsradikalen zu erschweren. In der Nähe des Bahnhofs gab es laut Polizei nach Sachbeschädigungen Auseinandersetzungen mit linksextremen Gewalttätern. Ein Polizeibeamter wurde demnach leicht verletzt, mehr als hundert Demonstranten wurden wegen Verdachts auf Landfriedensbruch vorläufig festgenommen.
©AFP 2010
Foto: Rene Tillmann









