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Schweiz ermittelt wegen Waffe von Zwickauer Zelle
Frankfurt/Berlin - Die Schweizer Justiz ermittelt Berichten zufolge gegen einen mutmaßlichen Helfer der Zwickauer Zelle. Der Mann stehe im Verdacht, der Neonazi-Zelle bei der Beschaffung einer Pistole der Marke Ceska geholfen zu haben, berichtet der "Spiegel".
Mit einer Ceska aus der Schweiz waren die neun Opfer der deutschlandweiten Mordserie an Migranten in den Jahren 2000 bis 2006 erschossen worden. Laut "Spiegel" beruhen die Ermittlungen in der Schweiz auf Informationen, die die deutschen Behörden den Eidgenossen gegeben haben.
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Gegen den Verdächtigen wurde dem Bericht zufolge in der Schweiz ein Verfahren wegen Unterstützung einer kriminellen Organisation eingeleitet. Demnach hatte ein Waffenhändler 1996 zwei Ceska-Pistolen einem Privatkunden verkauft und per Post verschickt. Der Empfänger hatte laut "Spiegel" behauptet, die Waffen nie erhalten zu haben.
Nach "Focus"-Informationen soll die Ceska vom tschechischen Hersteller 1996 an einen Schweizer Waffenhändler geliefert worden sein. Dieser habe sie kurz darauf einem Privatmann legal verkauft und auch versendet. Ob der Käufer die Waffe erhalten hat, werde derzeit ermittelt, berichtete das Magazin weiter.
Laut "Focus" und "Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung" konnten Ermittler des Bundeskriminalamts nach dem Fund der Ceska im Zwickauer Wohnhaus des Neonazi-Trios die Seriennummer der Waffe wieder sichtbar machen. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe bereitet den Berichten zufolge derzeit ein Rechtshilfeersuchen an die Schweiz vor.
Die im November aufgeflogene Zwickauer Zelle soll aus den Neonazi-Trio Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt bestanden haben. Zschäpe sitzt im Gefängnis, Mundlos und Böhnhardt waren Anfang November tot aufgefunden worden. Der Zelle wird neben den neun Morden an Migranten auch der Mord an einer Polizistin 2007 in Heilbronn zur Last gelegt. Außerdem soll die jahrelang unentdeckt gebliebene Gruppe zwei Sprengstoffanschläge in Köln 2001 und 2004 mit insgesamt 23 Verletzten sowie eine Serie von Banküberfällen begangen haben.
Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde, Kenan Kolat, kritisierte derweil die im Februar geplante zentrale Trauerfeier für die Opfer der Neonazi-Morde. Einige der Opferfamilien wollten nicht zu der Trauerfeier kommen, sagte Kolat dem "Tagesspiegel". "Sie haben nach den Morden getrauert, sie trauern nicht erst Jahre später." Kolat fügte hinzu: "Ich habe vorgeschlagen, dass der Bundespräsident zu den Familien der Opfer fährt, anstatt sie nach Berlin einzuladen. Aber es wäre trotzdem wichtig, dass bei der zentralen Trauerfeier Angehörige der Opfer zu Wort kommen."
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) äußerte sich in der Zeitschrift "Superillu" zuversichtlich, dass mit Hilfe des Gemeinsamen Abwehrzentrums gegen Rechtsextremismus und der neuen Neonazi-Verbunddatei rechtsextremistische Strukturen künftig schneller erkannt werden können. "Und hätte diese Datei schon vor zehn Jahren existiert, wären mögliche Tatzusammenhänge vielleicht eher erkannt worden, und man hätte die Spur zu den drei Zwickauer Tätern vermutlich eher gefunden", sagte Friedrich.
©AFP 2012
Archivfoto: Robert Michael











