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Startseite / Aktuell / Wirtschaft / Sarrazin verlässt Bundesbank freiwillig

In dieser Rubrik unserer Online-Zeitung bieten wir Ihnen News aus allen Teilen der Wirtschaft, über Unternehmen, Veränderungen, Perspektiven und Ergebnisse.

Sarrazin verlässt Bundesbank freiwillig

Der wegen seiner Äußerungen über Migranten umstrittene Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin räumt freiwillig seinen Posten.Frankfurt/Main - Nach der heftigen Kritik an seinen Äußerungen über Migranten tritt Thilo Sarrazin Ende des Monats von seinem Vorstandsposten bei der Bundesbank zurück. "Mit Blick auf die öffentliche Diskussion werden die Beteiligten ihre Zusammenarbeit zum Monatsende einvernehmlich beenden", teilte die Bundesbank mit.

Sarrazin bat demnach Bundespräsident Christian Wulff um die Entbindung von seinem Amt. Die SPD kündigte an, mit ihrem Mitglied eine öffentliche Debatte über seine umstrittenen Äußerungen führen zu wollen.

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Ein Sprecher Wulffs sagte, dass der Bundespräsident dem Antrag Sarrazins entsprechen werde und die einvernehmliche Lösung mit der Bundesbank begrüße. Den Antrag auf eine vorzeitige Entlassung Sarrazins zog die Bundesbank zurück.

"Der Vorstand der Deutschen Bundesbank und das Vorstandsmitglied Dr. Thilo Sarrazin sind sich ihrer Verantwortung für die Institution Deutsche Bundesbank bewusst", hieß es in der Mitteilung. Der Bankvorstand dankte Sarrazin "für die von ihm als Mitglied des Vorstands geleistete Arbeit". Die negativen Bewertungen des Verhaltens Sarrazins halte die Bundesbank nicht mehr aufrecht. Beide Seiten würden sich in dieser Angelegenheit nicht mehr äußern, hieß es.

Sarrazin hatte mit seinen Thesen zur angeblich mangelnden Integrationsfähigkeit von Migrantengruppen und weiteren provokanten Äußerungen für Kritik gesorgt. Die Bundesbank hatte daraufhin vergangene Woche seine Abberufung beantragt.

Niemand in seiner Partei habe vor, mit Sarrazin im Zuge des Parteiausschlussverfahrens hinter verschlossenen Türen "kurzen Prozess" zu machen, sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Klar sei aber auch, dass die SPD nicht identifiziert werden wolle mit Aufforderungen an den Staat, über Vererbung in die Bevölkerungsentwicklung einzugreifen.

Sarrazin müsse im Zuge der Diskussion sagen, ob er "diese Eugenikdebatte aufrecht" halte oder nicht, sagte Gabriel. Davon werde die Entscheidung über den Parteiausschluss abhängen. Vorwürfe, die Sozialdemokraten verletzten im Fall Sarrazin die Meinungsfreiheit, wies der Parteichef zurück. "Kaufen Sie das Buch und lesen Sie es bis zur letzten Seite!", sagte er. Nur dann könne man verstehen, warum die SPD nicht mit Sarrazins Schlussfolgerungen in Verbindung gebracht werden wolle.

©AFP 2010
Foto: Bernd Settnik

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