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EU-Komission verbietet Fusion von Deutscher Börse und NYSE Euronext
Brüssel - Die EU-Kommission hat die Fusion der Deutschen Börse mit dem US-Konkurrenten NYSE Euronext untersagt. Das teilten die Kommission in Brüssel und die Börsenbetreiber in Frankfurt am Main und New York mit.
Die EU-Wettbewerbshüter legten ihr Veto ein, weil der Zusammenschluss beim "weltweiten Börsenhandel mit europäischen Finanzderivaten zu einer monopolartigen Stellung geführt hätte". "Wir haben versucht, eine Lösung zu finden, aber die angebotenen Abhilfemaßnahmen haben bei weitem nicht ausgereicht, um die Bedenken auszuräumen", erklärte Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia.
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Nach Ansicht der Kommission hätte die Fusion beim Handel mit europäischen Derivaten den "globalen Wettbewerb ausgeschaltet". Das wäre nicht nur für die unmittelbaren Kunden der Börsen von Nachteil gewesen, sondern hätte der europäischen Wirtschaft insgesamt geschadet, argumentierte die Kommission.
Durch eine Fusion wäre der größte Börsenbetreiber weltweit mit Standorten unter anderem in Frankfurt am Main, New York, Paris, Amsterdam und Brüssel entstanden. Die Deutsche Börse wäre an dem neuen Konzern, der in den Niederlanden seinen offiziellen Sitz haben sollte, mit 60 Prozent beteiligt worden, die Partner aus den USA mit 40 Prozent.
Die Deutsche Börse reagierte "mit Enttäuschung" auf die Entscheidung. "Dies ist ein schwarzer Tag für Europa und seine zukünftige Wettbewerbsfähigkeit auf den weltweiten Finanzmärkten", hieß es in einer Mitteilung aus Frankfurt. Das Unternehmen warf der Kommission eine falsche Sicht der Dinge vor. Die Analyse der Wettbewerbshüter werde "der globalen Natur des Wettbewerbs im Derivatemarkt nicht gerecht", hieß es. Börsenchef Reto Francioni erklärte, die Deutsche Börse sei nichtsdestoweniger "gut gerüstet und hat genügend Kraft, um auch ohne die Fusion weiter zu wachsen und erfolgreich zu sein".
Ähnlich äußerte sich die Spitze von NYSE Euronext. Nach ihrer Darstellung hatten die Börsen in Brüssel "bedeutsame" Zugeständnisse angeboten, um die Fusion möglich zu machen. "Obgleich wir enttäuscht sind und mit der EU-Entscheidung, die auf einem fundamental verschiedenen Verständnis des Derivatemarktes basiert, gar nicht einverstanden sind, ist es nun Zeit, weiterzugehen", erklärte die NYSE in New York.
Die Fusion war im vergangenen Juni angemeldet worden, im August leitete die Kommission eine vertiefte Prüfung ein - ein Zeichen, dass es größere Bedenken gab. Die Kommission analysierte wie bei jedem in Brüssel angemeldeten Zusammenschluss, welche Folgen dieser für die Konkurrenzsituation haben könnte. Häufig werden Fusionen letztlich mit Auflagen erlaubt, etwa dem Verkauf bestimmter Geschäftszweige. Die angebotenen Zugeständnisse reichten der Kommission aber offenbar dieses Mal nicht aus.
©AFP 2012
Archivfoto: Daniel Roland










