Gesundheit ist das höchste Gut. Dazu liefern wir Ihnen in unserer Online-Zeitung an dieser Stelle aktuelle Nachrichten.
Statistiker erwarten massiven Personalmangel in der Pflege
Berlin - Der demografische Wandel in Deutschland wird zu einem Personalmangel in der Pflegebranche führen. Im Jahr 2025 werden der Branche rund 152.000 Beschäftigte fehlen, teilte das Statistische Bundesamt mit.
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP), der sich am Dienstag mit Branchenvertretern trifft, forderte Verbesserungen beim Benotungssystem von Pflegeeinrichtungen, dem so genannten Pflege-TÜV.
_____
Weil viele Pflegekräfte Teilzeit arbeiten, entspricht die Lücke etwa 112.000 Vollzeitstellen in Krankenhäusern, ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen, heißt es in der Mitteilung des Statistischen Bundesamtes und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) weiter. Im Jahr 2025 werde dem Bedarf an 940.000 Pflegevollkräften ein Angebot von lediglich rund 828.000 Pflegevollkräften gegenüber stehen. Berechnungen des BIBB ergaben, dass im Jahr 2005 rund drei Viertel der ausgebildeten Pflegekräfte in ihrem erlernten Beruf arbeiteten. Bereits damals hätte es den Berechnungen zufolge einen Arbeitskräftemangel in der Pflege gegeben, wenn nur ausgebildete Kräfte gezählt worden wären. 2005 hätten 39.000 ausgebildete Pflegevollkräfte gefehlt, bislang habe der Personalbedarf aber über ungelernte beziehungsweise angelernte Pflegekräfte ausgeglichen werden können.
In der Diskussion um die Kosten für die Pflege wies Röslers Sprecher Chistian Lipicki darauf hin, dass es in der Branche zwar einen Mindestlohn gebe. "Die Arbeitgeber, die gute Leute haben wollen, müssen heute auch schon mehr zahlen als den Mindestlohn", sagte Lipicki. Bei dem Gespräch zwischen Minister und Vertretern der Pflegebranche am Dienstag solle es aber nicht in erster Linie um Finanzfragen gehen.
Rösler zeigte sich unterdessen "regelrecht verärgert" über das Scheitern der Gespräche über den Pflege-TÜV. "Pflegebedürftige und ihre Angehörigen müssen besser vergleichen können, welche Einrichtungen gut arbeiten und welche nicht", sagte der Minister dem Berliner "Tagesspiegel". Er kritisierte, dass eine Weiterentwicklung der Pflegenoten von ein paar kleinen Pflegeverbänden verhindert worden sei. "Das wollen und werden wir so nicht hinnehmen." Wenn die Selbstverwaltung im Pflegebereich sich nicht einigen könne, müsse eine gesetzliche Regelung gefunden werden. Denkbar sei die Einrichtung einer Schiedsstelle, die Kriterien für die Benotung festlegt.
©AFP 2010
Archivfoto: Jens Wolf














