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Brust-Implantate: Anzeige gegen TÜV und Chirurgen
Washington/Bonn - Vier Frauen in Frankreich, denen die Billig-Brustimplantate der Firma PIP eingesetzt wurden, erstatten Anzeige gegen das Unternehmen, ihre Chirurgen und den TÜV Rheinland.
Anwalt Laurent Gaudon teilte mit, er werde die Anzeige Ende nächster Woche in der südfranzösischen Stadt Toulon einreichen. Der TÜV hatte die Produktion der Silikoneinlagen der Firma PIP ursprünglich zertifiziert. Allerdings hatte die Firma das medizinische Silikongel später durch ein Billig-Gel ersetzt, weshalb der TÜV selbst schon vor Monaten Anzeige gegen die Firma PIP erstattete und bereits 2010 sein Zertifikat zurückgezogen hatte.
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Das Billig-Silikongel, das für Entzündungen und von den Opfern sogar für Krebsfälle verantwortlich gemacht wird, war weltweit in hunderttausenden Brustprothesen verwendet worden. In einem bisher einzigartigen Aufruf empfahlen die französischen Behörden rund 30.000 Frauen in Frankreich, sich die PIP-Silikonkissen vorsichtshalber wieder entfernen zu lassen, auch wenn es keinen Beweis für ein Krebsrisiko gebe.
Der Anwalt der vier Frauen, die sich ihre Implantate noch nicht haben entfernen lassen, bei denen aber Risse in den Silikonkissen festgestellt wurden, hielt den Chirurgen vor, sie hätten ihre Informationspflicht vernachlässigt. Sie hätten außerdem "wissen müssen, dass diese Prothesen brüchig waren", sagte er. Gegen die staatliche französische Medizinprodukte-Aufsicht Afssaps wollte der Anwalt indes nicht rechtlich vorgehen. Zur Begründung gab er an, dass sich die Behörde auf den TÜV verlassen habe.
Unterdessen wurde bekannt, dass die USA bereits zehn Jahre vor den französischen Behörden vor den PIP-Brustimplantaten gewarnt haben. Die US-Behörde FDA verwies laut einem Schreiben vom Juni 2000 auf "gepanschte" Einlagen, die damals noch mit Kochsalz gefüllt waren.
Die US-Aufsichtsbehörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA) listete in ihrem Brief, der der Nachrichtenagentur AFP vorlag, eine Reihe von Problemen bei der Qualitätssicherung auf. Diese könnten auf generelle Schwierigkeiten bei der Produktion hindeuten, hieß es. Der Brief sei damals öffentlich zugänglich gewesen, sagte eine FDA-Sprecherin. Die USA verboten daraufhin den Verkauf der Implantate.
Der TÜV Rheinland hatte bereits vor Monaten mitgeteilt und dies in der vergangenen Woche bekräftigt, dass er von der Firma PIP "nachweislich umfassend und fortgesetzt getäuscht worden" sei, weil Änderungen an der Silikonart nicht mitgeteilt worden seien. Die Firma PIP existiert seit 2010 nicht mehr.
©AFP 2011
Foto: Sebastien Nogier














