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Mittelstand zeigt wenig Interesse an Familien-Pflegezeit
Berlin - Die neue Familien-Pflegezeit findet im deutschen Mittelstand kaum Anklang. "Bisher haben nur sehr wenige Klein- und Mittelbetriebe Interesse am neuen Familienpflegezeit-Gesetz bekundet", sagte der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, der Nachrichtenagentur AFP.
Die Zurückhaltung sei "nicht verwunderlich, denn die gesetzliche Regelung geht an der betrieblichen Wirklichkeit im Mittelstand vorbei", kritisierte Ohoven. Das zum Jahresbeginn in Kraft getretene Gesetz bürde gerade Kleinunternehmen erheblichen organisatorischen Aufwand auf und berge außerdem finanzielle Risiken, da die Arbeitgeber die Pflegephase eines Mitarbeiters vorfinanzieren müssen.
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"Für Großunternehmen und Konzerne stellt das sicherlich kein Problem dar, für Mittelständler bedeutet das aber eine zusätzliche Belastung", sagte Ohoven. Sein Verband plädiere deshalb "für Regelungen auf betrieblicher Ebene".
Seit diesem Jahr können Beschäftigte für maximal zwei Jahre ihre Arbeitszeit reduzieren, um nahe Angehörige zu pflegen. Um in dieser Zeit finanziell abgesichert zu sein, erhalten sie von ihrem Arbeitgeber eine höhere Vergütung, als ihnen aufgrund ihrer geleisteten Arbeitsstunden eigentlich zustünde. Nach Ende der Pflegezeit müssen die Betroffenen dafür so lange zu geringeren Bezügen arbeiten, bis das Zeitkonto wieder ausgeglichen ist. Der Arbeitgeber kann seinen finanziellen Ausfall während der Pflegezeit über ein zinsloses staatliches Darlehen decken, das er nach der Pflegezeit wieder zurückzahlt.
Aktuell werden mehr als 1,6 Millionen Menschen in Deutschland durch Angehörige und ambulante Dienste zu Hause versorgt. Einen Rechtsanspruch auf die neue Familienpflegezeit gibt es nicht.
©AFP 2012
Archivfoto: Oliver Killig














