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Weltweit Empörung über geplante Koran-Verbrennung in den USA
Gainesville - Mit Besorgnis und Aufrufen zur Besonnenheit haben Politiker, Kirchenführer und Militärs weltweit auf die Pläne einer US-Kirchengruppe zur Koran-Verbrennung reagiert.
US-Außenministerin Hillary Clinton, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der Vatikan und die UNO verurteilten das Vorhaben. Ungeachtet der Kritik lehnte die fundamentalistische Gemeinde in Florida eine Absage der Aktion ab.
_____Die US-Regierung bemühte sich angesichts der Empörung in der muslimischen Welt, die geplante Verbrennung in der Gemeinde des Pastors Terry Jones in Gainesville im Bundesstaat Florida als Einzeltat radikaler Gläubiger zu porträtieren, die weit am Rande der Gesellschaft stehen. Clinton sprach von einem "respektlosen und schändlichen" Plan zum Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September.
In Deutschland tadelte Merkel das Vorhaben als "respektlos, sogar abstoßend, und einfach falsch". Die Aktion verletze den Respekt vor Religionen, sagte Merkel in Potsdam, wo sie an einer Preisverleihung für den dänischen Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard teilnahm. Die evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sprach von einer "unerträglichen Provokation". Für den Zentralrat der Juden erklärte die Vorsitzende Charlotte Knobloch, eine Koran-Verbrennung wäre "schrecklich und abstoßend".
Der Vatikan erklärte, das Verbrennen eines "heiligen Buches" wäre eine "schwerwiegende Beleidigung". Ein UN-Sprecher erklärte, die Verbrennung könne "Zwietracht und Polarisierung zwischen den Religionsgruppen vertiefen".
Die kleine Fundamentalistengemeinde in der Stadt Gainesville will ungeachtet der Proteste an dem Vorhaben festhalten. Gemeindepastor Jones sagte dem Sender CBS: "Wir glauben immer noch, dass unsere Botschaft wichtig ist, und wir sind dazu entschlossen." Jones will die Koranverbrennung als Botschaft an den Islam verstanden wissen, den er pauschal für gewalttätig und für eine Bedrohung der USA hält.
Die Behörden in Gainesville bereiteten sich nach Angaben eines Sprechers auf ein Einschreiten bei der für Samstag geplanten Aktion vor. Allerdings verstoße die geplante Koranverbrennung lediglich gegen das Verbot des Entfachens öffentlicher Feuer und könne nur mit einer Strafe von bis zu 250 Dollar geahndet werden, sagte ein Stadtsprecher. Die Verbrennung von Büchern an sich ist in den USA durch das Verfassungsrecht auf Meinungsfreiheit gedeckt.
©AFP 2010
Foto: Romeo Gacad











