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Passagiere der Costa Concordia werden entschädigt

Kreuzfahrtschiff Costa ConcordiaGiglio - Die Überlebenden der vor zwei Wochen havarierten "Costa Concordia" sollen finanziell entschädigt werden:

Die Reederei Costa Crociere einigte sich mit Vertretern der Urlauber darauf, dass jeder Passagier 11.000 Schadenersatz plus 3000 Euro für die Reisekosten erhalten soll. Einige deutsche Betroffene wollen sich dennoch einer in den USA geplanten Sammelklage gegen den Mutterkonzern anschließen.

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Wie die italienische Verbraucherschutzorganisation Adoc, die an der Seite der Schiffbrüchigen mit Costa Crociere verhandelt hatte, mitteilte, soll jeder Passagier neben dem Schadenersatz 3000 Euro für den Reisepreis und die Rückreisekosten erhalten. Diese Regelung gelte für rund 3000 der 3200 Passagiere aus 60 Ländern. Die Hinterbliebenen der Opfer und die Verletzten sollen demnach gesondert entschädigt werden.

Die italienischen Verbraucherschützer sprachen von einem "historischen Abkommen", der einer "dramatischen Angelegenheit" ein Ende setze. Zugleich lobte Adoc, dass bei der Entschädigungszahlung kein Unterschied zwischen der sozialen Herkunft und den Heimatländern der Passagiere gemacht werde. "Wir schätzen, dass rund 85 Prozent (der Passagiere) der Einigung zustimmen", teilte Adoc mit. Costa Crociere drohen also weiterhin Klagen, auch von deutschen Urlaubern.

Allen Betroffenen steht im Prinzip der Klageweg offen. Seit der Katastrophe haben bereits mehrere Zusammenschlüsse von Überlebenden Sammelklagen angekündigt. Ein Rechtsstreit in den USA ist in diesem Zusammenhang attraktiv, weil im dortigen Rechtssystem sehr viel höhere Schadenersatzzahlungen erstritten werden können als in Europa. In den USA sitzt das Mutterunternehmen von Costa Crociere, Carnival.

Anwalt Hans Reinhardt aus dem nordrhein-westfälischen Marl sagte dem Onlineportal bild.de, er vertrete 15 Mandanten. Dabei gehe es um Schadenersatz- und Schmerzensgeldforderungen von 160.000 Dollar (rund 122.000 Euro) für Überlebende sowie eine Million Dollar (etwa 762.000 Euro) bei den Todesopfern.

Ein Besatzungsmitglied will unterdessen gegen die US-Eignerfirma Carnival klagen. Der in Peru wohnhafte Gary Lobaton wirft dem US-Unternehmen in der Klageschrift vor, dass die Menschen an Bord nicht rechtzeitig nach dem Unglück am 13. Januar über die Gefahren auf dem Kreuzfahrtschiff informiert worden seien.

Das Kreuzfahrtschiff hatte am 13. Januar nahe der italienischen Insel Giglio einen Felsen gerammt und war gekentert. Bislang wurden 16 Tote gefunden, 16 weitere werden noch vermisst. An Bord befinden sich noch 2400 Tonnen Treibstoff, die das Meeresschutzgebiet rund um die Toskana-Insel zu verschmutzen drohen. Die Abpumparbeiten am Wrack sollen am Samstag oder am Sonntag beginnen.

©AFP 2012
Foto: Filippo Monteforte

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