09.11.-04.12. - Mit BiopiratInnen auf Kaperfahrt
Bielefeld. Wachsen überall Apfelbäume und Weizenfelder? Was hat mein Essen mit der biologischen Vielfalt in fernen Ländern zu tun? Wem gehören eigentlich Reiskörner, Kartoffeln und Co.? Antworten auf solche Fragen suchen und finden Schulklassen der Jahrgangsstufen 4 bis 7 sowie Kinder- und Jugendgruppen im Alter von 10 bis 13 Jahren während der Projektwochen zum Thema Biodiversität. Diese finden vom 9. November bis zum 4. Dezember 2009 montags bis freitags im Welthaus Bielefeld statt. Abwechslungsreiche Materialien laden ein zu einer spannenden 120-minütigen Mitmachexpedition durch die Welt der biologischen Vielfalt. Dabei lernen die Kinder und Jugendlichen Reisbauern kennen, die tausend Jahre alte Reissorten anbauen und solche, die in das Netz von Konzernen geraten und deshalb zu einem Leben in Armut gezwungen sind. Sie schauen GentechnikerInnen über die Schulter, gehen mit BiopiratInnen auf Kaperfahrt und finden heraus, wie sich der Klimawandel auf die Vielfalt auswirkt.
Interessierte Gruppen melden sich bis Montag 2. November an. Weitere Informationen auf www.welthaus.de und unter 0521-9864815.
Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2010 zum Internationalen Jahr der Biodiversität erklärt. Bis dahin werden wieder einige tausend Arten für immer verloren sein. Oft ist der tägliche Verlust an biologischer Vielfalt nicht unmittelbar zu erkennen. Dennoch findet er in Besorgnis erregendem Tempo statt und ist nicht nur ein Thema für Naturfreundinnen und -freunde. Biodiversität hat auch eine große gesellschaftliche Bedeutung. Die industrielle Landwirtschaft verdrängt mit Monokulturen den lokalen Sortenreichtum und macht mit Saatguttechnologie Kleinbäuerinnen und -bauern wirtschaftlich abhängig. Sie vernichtet so deren Lebensgrundlage und gefährdet das kulturelle Erbe indigener Gemeinschaften. Durch die CO²-Emissionen der Wohlstandsgesellschaften beschleunigt sich der Klimawandel und beeinträchtigt die empfindlichen biologischen Systeme zusätzlich.
„Biodiversität weltweit – Vielfalt erhalten!“ heißt deshalb das neue Bildungsprojekt des Welthaus Bielefeld. Den Prinzipien des Globalen Lernens folgend, wurden anschauliche Bildungsmaterialien erstellt, die einen lebensweltnahen Zugang zu verschiedenen Aspekten der biologischen Vielfalt ermöglichen. „Wir wollen Kinder und Jugendliche an das Thema Biodiversität heranführen, ohne sie zu überfordern. Deshalb haben wir uns ein abwechslungsreiches Programm mit tollen Materialien überlegt, das wir nun im Rahmen von vier Projektwochen interessierten Schulklassen und außerschulischen Gruppen vorstellen möchten“, sagt Projektreferentin Lena Schoemaker vom Welthaus Bielefeld. „Am Beispiel Reis, dem Grundnahrungsmittel für die Mehrheit der Weltbevölkerung, setzen sie sich mit den Themenfeldern Gentechnik, Biopiraterie, Klimawandel, Monokultur sowie Konsumverhalten auseinander und erarbeiten im Anschluss konkrete eigene Handlungsmöglichkeiten zum Schutz der globalen biologischen Vielfalt. Eine besondere Rolle nehmen dabei die Lebensbedingungen in den Ländern des Südens und ihr besonderer Bezug zur biologischen Vielfalt ein“, so Schoemaker weiter.
Zum Welthaus Bielefeld:
Das Welthaus Bielefeld ist ein zivilgesellschaftlicher Verein der entwicklungspolitischen Nord-Süd-Solidaritätsarbeit. Seit 1980 engagieren sich Hauptamtliche und Ehrenamtliche in Bildungsprojekten, internationaler Kulturarbeit, und Entwicklungszusammenarbeit vor allem mit Partnern in Afrika und Lateinamerika. Ziel ist eine global und sozial gerechtere Welt unter dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung. Dabei kommt den Gesellschaften des Nordens eine besondere Verantwortung zu.












