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SA 05.06. - "Der Altersangstkomplex": Lesung mit Autorin Herrad Schenk

Bielefeld. Was bedeutet es, dass unsere Gesellschaft immer älter wird? Die Autorin und Sozialwissenschaftlerin Herrad Schenk befasst sich seit Jahrzehnten mit dem Älterwerden und beleuchtet das Thema wissenschaftlich und literarisch. Bei einer Lesung am Samstag, 5. Juni, um 16 Uhr in der Capella Hospitalis, Klinikum Bielefeld, stellt die Schriftstellerin Auszüge aus dem Sachbuch "Der Altersangstkomplex" und ihrem Roman "Am Ende" vor. Die Lesung ist Teil des Demographieprojektes "Räume der Zukunft - Sichtwechsel im Liegestuhl", das die Demographiebeauftragte Susanne Tatje verantwortet. Das Projekt verbindet Demographie mit Kunst und Kultur und will eine neue Sichtweise auf den demographischen Wandel in Bielefeld ermöglichen.
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Auch Herrad Schenk lädt die Leserinnen und Leser zu einem "Sichtwechsel" ein. Der Roman "Am Ende" ist aus der Perspektive der zunehmend gebrechlicher und verwirrter werdenden Elli geschrieben. Zusammen mit ihrem Ehemann Paul kämpft die alte Dame um ihre Eigenständigkeit, doch der Verlust von Autonomie und Würde ist unaufhaltsam. Literaturkritikerin Elke Heidenreich hat das Buch als "beeindruckend und ergreifend" bezeichnet. "Es ist erschütternd und beeindruckend, wie sich die Autorin des Jahrgangs '48 einfühlt in eine alte Frau - sie schreibt sanft, still, sehr poetisch, ohne Anklage, ohne Gejammer." Die Veranstaltung wird von Martin Knabenreich moderiert.

Das Projekt "Räume der Zukunft - Sichtwechsel im Liegestuhl" wird von der Bielefelder Demographiebeauftragten Susanne Tatje gemeinsam mit der Bremer Künstlerin Ulla Deetz in Bielefeld durchgeführt. An dem Projekt sind mehr als 100 Schülerinnen und Schüler, Künstler und Projektpartner beteiligt. Die Schülerinnen und Schülerhaben sich im Unterricht mit dem demographischen Wandel auseinander gesetzt und anschließend Liegestühle gebaut, Stoffe genäht und die Liegeflächen künstlerisch gestaltet. Die Liegestühle dienen vom 4. bis 6. Juni als Besucherstühle für die Kulturveranstaltungen an drei ausgewählten Orten in Bielefeld. Für jeden Platz wird ein individuelles Kulturprogramm angeboten. Dabei geht es um die Integration von Zuwanderern, die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen in einer älter werdenden Gesellschaft und um die Teilhabe älterer Menschen in den Stadtteilen. Zum Abschluss werden die Liegestühle für einen guten Zweck versteigert. Der Erlös geht an das geplante Kinderhospiz in Bielefeld-Bethel.

Das Projekt findet in Kooperation mit dem Kulturamt, dem Amt für Schule und dem Klinikum Bielefeld statt und wird von der Sparda-Bank Hannover-Stiftung gefördert
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